OST-KalenderblätterDeutsche Dichter und Denker der letzten Jahrzehnte
Informationen aus vergangenen Ausgaben findet man im Archiv!
Monate Januar, Februar, März und April

Geburtstag von Wilhelm Pieck
geboren: 03.Januar 1876 in Guben
gestorben: 09.September 1960 in Berlin
Im April 1946 wurde er gemeinsam mit Otto Grotewohl (SPD) Vorsitzender der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und nach Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Oktober 1949 deren erster und einziger Präsident, er blieb dies bis zu seinem Tode 1960. Sein richter bürgerlicher Name war „Friedrich Wilhelm Reinhold Pieck“. Nach Abschluss der Volksschule begann er 1890 eine Tischlerlehre und begab sich anschließend auf Wanderschaft. Dort kam der aus streng römisch-katholischem Hause stammende junge Mann erstmals in Kontakt mit der Arbeiterbewegung.
Nach dem Krieg 1918 kehrte er nach Berlin zurück und wurde Gründungsmitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Er nahm am Spartakusaufstand (5. bis 12. Januar 1919) teil und wurde am 15. Januar mit Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht verhaftet. Luxemburg und Liebknecht wurden ermordet, Wilhelm Pieck wurde freigelassen. Piecks Entkommen hatte Verdächtigungen zur Folge, die 1929 den KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann veranlassten, Pieck vor ein Ehrengericht der Partei zu stellen. Die KPD gab die Entscheidung nie bekannt.
Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers im Januar 1933 und der einsetzenden Verfolgung deutscher Kommunisten nahm Pieck am 7. Februar 1933 an der Funktionärstagung der KPD im Sporthaus Ziegenhals bei Berlin teil. Am 23. Februar 1933 trat Pieck zur Vorbereitung der Märzwahlen auf der letzten Großkundgebung der KPD im Berliner Sportpalast als Hauptredner auf. Im Mai 1933 musste er nach Paris ins Exil gehen. Im August 1933 stand Piecks Name auf der ersten Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs.
Wilhelm Pieck hatte 3 Kinder, wovon der Sohn Arthur Pieck (1899–1970) unter anderem Hauptdirektor der DDR-Fluggesellschaft "Deutsche Lufthansa" und der späteren Interflug war.

Geburtstag von August Bebel
geboren: 22. Februar 1840 in Deutz bei Köln
gestorben: 13. August 1913 in Passugg, Schweiz
Seine politischen Anfänge wurzelten im liberal-demokratischen Vereinswesen von Arbeitern und Handwerkern, ehe er sich dem Marxismus zuwandte. Über Jahrzehnte arbeitete August Bebel mit Wilhelm Liebknecht zusammen. Mit ihm gründete er 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP). Im Jahr 1875 war er an der Vereinigung mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) beteiligt. Bebel war von 1867 bis 1881 und 1883 bis zu seinem Tod Mitglied des Reichstags des Norddeutschen Bundes bzw. des Kaiserreichs und entwickelte sich während der Repressionen gegen die Partei durch das Sozialistengesetz zur zentralen Person der deutschen Sozialdemokratie. Ab 1892 war er neben Paul Singer bzw. Hugo Haase bis zu seinem Tod einer der beiden Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), wie sich die SAP 1890 nach Aufhebung des Gesetzes nannte. In den folgenden Jahren repräsentierte er zwischen einem linken und einem „revisionistischen“ Flügel das sogenannte marxistische Zentrum der SPD.
Nicht zuletzt kritisierte er die „Politik der Stärke“ und die damit verbundene Aufrüstung. Er bekämpfte schon 1890 die:
„Kreise, die in ihrer hypernationalen Eitelkeit meinen, bei dem kleinsten Konflikt mit irgendeinem Staat müsse Deutschland mit der Schneidigkeit eines Reserveleutnants auftreten und um jeden Preis durch Kanonen und Säbelrasseln oder Flottendemonstrationen den Gegner zur blinden Unterwerfung zwingen.“
Sein wohl einflussreichstes Werk war „Die Frau und der Sozialismus“ (1879) mit zahlreichen Neuauflagen bis in die Gegenwart. Allein zu seinen Lebzeiten erschienen 52 Ausgaben. Mit der 50. Auflage im Jahr 1910 erlangte das Buch die noch heute vorliegende Form, bis 1913 wurde es in 20 Sprachen übersetzt.

Geburtstag von Rosa Luxemburg
geboren: 05. März 1871 als Rozalia Luksenburg in Zamość, Königreich Polen
ermordet: 15. Januar 1919 in Berlin
Rosa Luxemburgs Geburtsdatum ist unsicher. Ihr Geburtsschein, dem folgend ihre Heiratsurkunde und weitere Dokumente nennen den 25. Dezember 1870. Ihre Familie und sie selbst feierten ihren Geburtstag immer am 5. März. Sie war das fünfte und letzte Kind des Holzhändlers Eliasz Luxenburg (1830–1900) und seiner Frau Line, geb. Löwenstein (1835–1897). Die Eltern waren Juden in der ländlichen Mittelstadt Zamość im von Russland kontrollierten Teil Polens.
Im Februar 1889 zog Rosa Luxemburg nach Oberstrass bei Zürich, weil im deutschsprachigen Raum nur an der Universität Zürich Frauen und Männer gleichberechtigt studieren durften. Ab Oktober 1889 belegte sie Philosophie, Mathematik, Botanik und Zoologie. 1892 wechselte sie in die Rechtswissenschaft, wo sie Völkerrecht, allgemeines Staatsrecht und Versicherungsrecht belegte. 1893 schrieb sie sich zudem in Staatswissenschaften ein.
Am 5. August gründete sie mit Hermann Duncker, Hugo Eberlein, Julian Marchlewski, Franz Mehring, Ernst Meyer und Wilhelm Pieck die „Gruppe Internationale“, der sich wenig später unter anderem auch Karl Liebknecht anschloss. Darin sammelten sich diejenigen Kriegsgegner der SPD, die deren Stillhaltepolitik komplett ablehnten. Sie versuchten, die Partei zur Rückkehr zu ihren Vorkriegsbeschlüssen und zur Abkehr von der Burgfriedenspolitik zu bewegen, einen Generalstreik für einen Friedensabschluss vorzubereiten und so auch einer internationalen proletarischen Revolution näherzukommen. Daraus ging 1916 die reichsweite „Spartakusgruppe“ hervor, deren Spartakusbriefe Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gemeinsam herausgaben.
Drei Jahre und vier Monate verbrachte sie zwischen 1915 und 1918 im Gefängnis. Im Februar 1917 weckte der revolutionäre Sturz des Zaren in Russland Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende. Die Provisorische Regierung setzte den Krieg gegen Deutschland jedoch fort. Im Januarstreik 1918 bildeten sich in vielen bestreikten Betrieben eigenständige Arbeitervertreter heraus, die revolutionären Obleute. Immer mehr Deutsche lehnten die Fortsetzung des Krieges ab.
Am 15. Januar 1919 nahm eine „Bürgerwehr“, die über genaue Steckbriefe verfügte, sie und Karl Liebknecht in einer Wohnung der Mannheimer Straße 27 in Wilmersdorf fest und brachte sie in das Eden-Hotel. Dort residierte der Stab der Garde-Kavallerie-Schützen-Division, der die Verfolgung von Spartakisten in Berlin organisierte. Die Gefangenen wurden nacheinander verhört und dabei schwer misshandelt. Kommandant Waldemar Pabst beschloss mit seinen Offizieren, sie zu ermorden; der Mord sollte nach einer spontanen Tat Unbekannter aussehen. Der am Haupteingang bereitstehende Jäger Otto Wilhelm Runge schlug Rosa Luxemburg beim Verlassen des Hotels mit einem Gewehrkolben zweimal, bis sie bewusstlos war. Sie wurde in einen bereitstehenden Wagen geworfen. Der Freikorps-Leutnant Hermann Souchon sprang bei ihrem Abtransport auf das Trittbrett des Wagens auf und erschoss sie mit einem aufgesetzten Schläfenschuss. Am 13.Juni wurde der Leichnam Rosa Luxemburgs nach Berlin überführt und neben Karl Liebknechts Grab beigesetzt. Zehntausende begleiteten die Bestattung.

Geburtstag von Otto Grotewohl
geboren: 11. März 1894 in Braunschweig
gestorben: 21. September 1964 in Berlin
Im April 1946 wurde er gemeinsam mit Wilhelm Pieck (KPD) Vorsitzender der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und nach Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Oktober 1949 deren erster Ministerpräsident, er blieb dies bis zu seinem Tode 1964. Die wenigsten Menschen wissen etwas mehr über Otto Grotewohl. Und schon gar nicht, dass dieser Mann ein hervorragender Maler war. Der Dietz Verlag brachte einen sehr guten kleinen Band mit Skizzen, Zeichnungen, Aquarellen und Gemälden heraus. 1908 bis 1912 erlernte er das Buchdrucker-Handwerk. Nach Abschluss der Lehre trat Grotewohl in den Verband der Deutschen Buchdrucker und die SPD ein. Am 31. Oktober 1925 gelangte Grotewohl als Nachrücker für die verstorbene Elise Bartels in den Reichstag. Nach der Reichstagswahl vom 20. Mai 1928 zog er erneut in den Reichstag ein; ebenso nach der Reichstagswahl vom 14. September 1930, der Reichstagswahl vom 31. Juli 1932, der Reichstagswahl vom 6. November 1932 und der Reichstagswahl März 1933 [Wahlkreis 16: Südhannover–Braunschweig (Land)]. Grotewohl war Mitglied der SPD-Fraktion des Reichstages, die 1933 geschlossen gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz stimmte.
Grotewohl wurde 1933 von den Nationalsozialisten seines Amtes enthoben und musste Braunschweig verlassen. Er zog zunächst nach Hamburg. Ab 1938 lebte er in Berlin als Lebensmittelhändler und Industrievertreter. Er arbeitete in einer Widerstandsgruppe um Erich Gniffke (ebenfalls SPD), den er aus Braunschweig kannte
1957 befürwortete er den Rapacki-Plan für eine atomwaffenfreie Zone in Mitteleuropa. Wegen schwerer Erkrankung zog er sich 1960 aus dem politischen Leben zurück und lebte fortan zurückgezogen.

Geburtstag von Ernst Thälmann
geboren: 16. April 1886 in Altona
ermordet: 18. August 1944 im KZ Buchenwald
War ein deutscher Politiker in der Weimarer Republik und war unter anderem von 1925 bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1933 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), die er von 1924 bis 1933 im Reichstag vertrat und für die er in den Reichspräsidentenwahlen von 1925 und 1932 kandidierte. Thälmann führte von 1925 bis zum Verbot 1929 auch den RFB[3] an, der als Schutz- und Wehrorganisation der KPD unter anderem auch in Straßenkämpfen mit politischen Gegnern und der Polizei in Erscheinung trat. Der RFB wurde als Gegenpart zur SA[1] und Reichsbanner-SRG[2] ins Leben gerufen, um Aufmärsche und Kundgebungen zu schützen (heute zu vergleichen mit Ordnern bei Veranstaltungen).
Thälmann wurde am 15. Mai 1903 Mitglied der SPD. Am 1. Februar 1904 trat er dem Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands[4] bei, in dem er zum Vorsitzenden der Abteilung Fuhrleute aufstieg. 1913 unterstützte er eine Forderung von Rosa Luxemburg nach einem Massenstreik als Aktionsmittel der SPD zur Durchsetzung politischer Forderungen. Im Oktober 1918 desertierte Thälmann gemeinsam mit vier befreundeten Soldaten, indem er aus dem Heimaturlaub nicht mehr an die Front zurückkehrte, und trat Ende 1918 der USPD bei und wurde Sprecher des linken politischen Flügels. Ende 1920 traten 98 Prozent der Mitglieder der Hamburger USPD der KPD bei, darunter auch Ernst Thälmann.
Thälmann war Teilnehmer und einer der Organisatoren des Hamburger Aufstandes vom 23. bis 25. Oktober 1923, der aber durch politische Querelen in den eigenen Reihen scheiterte. Ab Ende 1928 war Thälmann alleiniger Vorsitzender der KPD. Am 13.03.1932 kandidierte er neben Adolf Hitler und Theodor Duesterberg für das Amt des Reichspräsidenten gegen Hindenburg. Wahlspruch der KPD war: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg.“
Als der NSDAP am 30.01.1933 die Macht übertragen wurde, schlug Thälmann der SPD einen Generalstreik vor, um Hitler zu stürzen, doch dazu kam es nicht mehr. Am 7.02.1933 fand im Sporthaus Ziegenhals bei Königs Wusterhausen eine vom ZK einberufene Tagung der politischen Sekretäre, ZK-Instrukteure und Abteilungsleiter der KPD statt. Auf dem von Herbert Wehner vorbereiteten Treffen sprach Thälmann zum letzten Mal vor leitenden KPD-Funktionären zu der am 5.03.1933 bevorstehenden Reichstagswahl und bekräftigte die Notwendigkeit eines gewaltsamen Sturzes Hitlers durch das Zusammengehen aller linken und liberalen Parteien zu einer Volksfront. Am Nachmittag des 3.03.1933 wurde Ernst Thälmann von der Berliner Polizei auf Grund einer gezielte Denunziation verhaftet und nach Moabit verbracht.
Die genauen Umstände von Thälmanns Tod sind unklar und bis heute umstritten. Es kann nicht belegt werden, ob er bereits in Bautzen, oder erst in Buchenwald umgebracht wurde.
[1] SA - die Sturmabteilung war die paramilitärische Kampforganisation der NSDAP (unter Hermann Göring kurzzeitig auch als staatliche „Hilfspolizei“ eingesetzt)
[2] "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" war die Schutz- und Wehrorganisation (gegründet: 22.02.1924) der SPD, Zentrum, DDP in der Weimarer Republik (verboten ab 1933)
[3] "Roter Frontkämpferbund" war ein Schutz- und Wehrverband (gegründet: 14.07.1924) der KPD (verboten ab 1929), ab 1930 gab es nur noch den Parteiselbstschutz (bis 1940)
[4] die heutigen Vertreter nennen sich Gewerkschaften und sitzen unter anderem auch im Bundestag als MdB mit hohen Gehältern
Monate Mai und August

Geburtstag von Karl Marx
geboren: 5. Mai 1818 in Trier
gestorben: 14. März 1883 in London
Er war ein deutscher Philosoph, Ökonom, Gesellschaftstheoretiker, politischer Journalist, Protagonist der Arbeiterbewegung sowie Kritiker der damaligen bürgerlichen Gesellschaft und der Religion. Zusammen mit Friedrich Engels wurde er zum einflussreichsten Theoretiker seiner Zeit. Die theoretischen Grundlagen des nach ihm benannten Marxismus beeinflussen bis in die Gegenwart die Diskurse der Geschichts- und Sozialwissenschaften, hier vor allem die Wirtschafts- und Politikwissenschaft.

Geburtstag von Sigmund Freud
geboren: 06. Mai 1856 in Freiberg /in Mähren
gestorben am 23. September 1939 in London
Er war ein österreichischer Arzt, Neurophysiologe, Tiefenpsychologe, Kulturtheoretiker und Religionskritiker. Er ist der Begründer der Psychoanalyse und gilt als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Seine Theorien und therapeutischen Methoden werden bis heute angewandt, diskutiert und kritisiert.
Freuds damals neue Vorstellungen einer großen Bedeutung kindlicher sexueller Konfliktlagen und Traumata bei der Entstehung von Neurosen fanden zunächst wenig Resonanz in der Ärzteschaft, sodass er eine lange Phase der Ausgrenzung durchlebte, bevor sich, ausgehend von Wien, allmählich ein Kreis von Anhängern um ihn scharte, um die psychoanalytische Lehre weiterzuentwickeln und zu verbreiten.
Freud blieb auch nach der Bücherverbrennung 1933 lange Zeit noch in Wien und harrte dort aus. Erst nach dem Anschluss Österreichs 1938 ging er ins Londoner Exil.

Geburtstag von Klaus Möckel
geboren: 04. August 1934 in Kirchberg /Sachsen
Wohnort: z.Z. in Berlin
Klaus Möckel erlernte zunächst den Beruf des Werkzeugschlossers. Später studierte er Romanistik in Leipzig und arbeitete anschließend als Assistent an der Universität Jena. Seine Dissertation schrieb er über Antoine de Saint-Exupéry (Die Rolle der bürgerlichen Gesellschaft bei der Herausbildung von Antoine de Saint-Exupérys Weltanschauung, Leipzig 1963).
Möckel war anschließend als Lektor für romanische Literatur in Berlin tätig. Beim Verlag Volk und Welt machte er sich bald einen Namen als Herausgeber, Übersetzer und Nachdichter vor allem moderner französischer Dichter. Seit 1969 arbeitet Möckel als freier Autor. Von seinen über 30 veröffentlichten Werken verschiedener Genres (Romane, Erzählungen, satirische Gedichte und Aphorismen) wurde u. a. Hoffnung für Dan (1983), ein Bericht über ein behindertes Kind, bekannt. Außerdem veröffentlichte er Kinder- und Jugendbücher sowie erfolgreiche Kriminalromane. Mehrere seiner Bücher wurden ins Tschechische und Slowakische übersetzt und auch verfilmt.
Möckel arbeitete häufig, vor allem bei Übersetzungen, mit seiner Frau Aljonna Möckel zusammen und verfasste gemeinsam mit ihr unter dem Pseudonym Nikolai Bachnow mehrere Fortsetzungsbände zu den Märchenromanen Alexander Wolkows.

Geburtstag von Karl Liebknecht
geboren: 13. August 1871 in Leipzig
ermordet: 15. Januar 1919 in Berlin
Er war ein Sozialdemokrat und Antimilitarist zu Zeiten des Deutschen Kaiserreiches. Seit 1900 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, war er von 1912 bis 1916 einer ihrer Abgeordneten im Reichstag, wo er den linksrevolutionären Flügel der SPD vertrat. Ab 1915 bestimmte er zusammen mit Rosa Luxemburg wesentlich die Linie der Gruppe Internationale. 1916 wurde er aufgrund seiner Ablehnung der Burgfriedenspolitik aus der SPD ausgeschlossen und wenig später wegen angeblichen „Kriegsverrat“ zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, von den Er zwei Jahre absitzen musste.
Während der Novemberrevolution rief Liebknecht am 9. November 1918 vor dem Berliner Schloss eine „freie sozialistische Republik“ aus. Zum Jahreswechsel 1918/19 war Liebknecht einer der Gründer der Kommunistischen Partei Deutschlands. Kurz nach der Niederschlagung des Berliner Januaraufstands wurden er und Rosa Luxemburg ermordet.

Geburtstag von J.W. von Goethe
geboren: 28. August 1749 in Frankfurt am Main
gestorben: 22. März 1832 in Weimar
Deutscher Dichter und Naturforscher und wurde 1782 geadelt. Er gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung. Als Sechsundzwanzigjähriger wurde er an den Hof von Weimar eingeladen, wo er sich schließlich für den Rest seines Lebens niederließ. Er bekleidete dort als Freund und Minister des Herzogs Carl August politische und administrative Ämter und leitete ein Vierteljahrhundert das Hoftheater.
Goethes literarische Werke beinnhalten Lyrik, Dramen, Epik, autobiografische, kunst- und literaturtheoretische sowie naturwissenschaftliche Schriften. Goethe war Vorbereiter und wichtigster Vertreter des Sturm und Drang. Sein Roman "Die Leiden des jungen Werthers" machte ihn in Europa berühmt.
Monate November und Dezember

Geburtstag von Martin Luther
geboren: 10.November 1483 in Eisleben
gestorben: 18.Februar 1546 in Eisleben
Er ist die zentrale Persönlichkeit der deutschen Reformationsbewegung, deren Wirken kirchengeschichtliche und weltgeschichtliche Bedeutung gewann. Auf Basis seiner Überzeugungen wollte Luther die von ihm als Fehlentwicklung wahrgenommenen Erscheinungen der Kirche seiner Zeit beseitigen und sie in ihrer ursprünglichen evangelischen Gestalt wiederherstellen („re-formieren“). Entgegen Luthers Absicht kam es jedoch durch die Bildung evangelisch-lutherischer Kirchen zu einer Kirchenspaltung und im Laufe der Entwicklung zur Entstehung weiterer Konfessionen des Protestantismus.
Luthers einflussreiche Theologie und Kirchenpolitik, wie auch seine gewählten Worte in der Bibelübersetzung, Predigt und Lieddichtung trugen entscheidend zu sehr tiefgreifenden Veränderungen der im christlichen Glauben fundierten Gesellschaft und Kultur der frühen Neuzeit bei.

Geburtstag von Johann Christoph Friedrich von Schiller
geboren: 10.November 1759 in Marbach am Neckar
gestorben: 09.Mai 1805 in Weimar
Schiller wurde 1802 geadelt, war Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker, Lyriker und Essayisten. Gleich mit seinem Theaterdebüt, dem 1782 uraufgeführten Schauspiel Die Räuber, gelang Schiller ein bedeutender Beitrag zum Drama des Sturm und Drang und der Weltliteratur. 1783 begann Schiller mit den ersten Arbeiten zum Don Karlos. Als seine Anstellung als Theaterdichter am Nationaltheater Mannheim ausgelaufen war, reiste Schiller 1785 nach Leipzig zu seinem späteren Förderer Christian Gottfried Körner. In den folgenden Jahren lernte er Christoph Martin Wieland, Johann Gottfried Herder und Johann Wolfgang von Goethe in Weimar kennen. Gemeinsam sollten sie die Weimarer Klassik prägen.
Friedrich Schiller war durch Geburt Württemberger, später wurde er Staatsbürger von Sachsen-Weimar. 1792 wurde ihm zusätzlich die französische Staatsbürgerschaft verliehen – in Würdigung seines in Paris aufgeführten Dramas Die Räuber, das als Freiheitskampf gegen die Tyrannei verstanden wurde.

Geburtstag von Ludwig van Beethoven
getauft: 17.Dezember 1770 in Bonn, Kurköln
gestorben: 26.März 1827 in Wien, Kaisertum Österreich
Er war ein deutscher Komponist und Pianist. Er führte die Wiener Klassik zu ihrer höchsten Entwicklung und bereitete der Musik der Romantik den Weg.
Beethoven ist seinem Anspruch, ein bleibendes musikalisches Werk für die Nachwelt zu hinterlassen, gerecht geworden. Seine Popularität ist ungebrochen, und heute gehört er zu den meistgespielten Komponisten der Welt.

Geburtstag von Willy Brandt
geboren: 18.Dezember 1913 in Lübeck als Herbert Ernst Karl Frahm
gestorben: 8.Oktober 1992 in Unkel
Er war von 1969 bis 1974 als Regierungschef einer sozialliberalen Koalition von SPD und FDP der vierte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Brandt wurde 1925 Mitglied der Kinderfreunde, einer Kindergruppe der Falken, ab April 1929 der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ), in der er als Mitglied der Lübecker Gruppe Karl Marx mit Unterstützung Julius Lebers einen radikalen Kurs vertrat. 1931 wurde Brandt Bezirksvorsitzender der SAJ für die Region Lübeck-Mecklenburg. 1930 trat Brandt der SPD bei. Ein Jahr später, im Oktober 1931 brach er mit Leber und der SPD, und warf der Partei – „Mutlosigkeit“ im Hinblick auf gesellschaftliche Veränderungen vor.
Brandt schloss sich daraufhin der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) an und war Gründungs- und Vorstandsmitglied des Lübecker Ortsverbands der SAPD. 1933 emigrierte er über Dänemark nach Norwegen. Zu diesem Zeitpunkt nahm er auch den „Kampfnamen“ Willy Brandt an, den er über sein weiteres Leben hinweg beibehielt. 1938 wurde er von der nationalsozialistischen Regierung ausgebürgert und wurde staatenlos. 1948 erhielt er von der schleswig-holsteinischen Landesregierung wieder die deutsche Staatsbürgerschaft.
In seiner Funktion als Regierender Bürgermeister war Brandt vom 1957 bis 1958 turnusmäßig Bundesratspräsident. Der Bundestag wählte Brandt im Oktober 1969 zum vierten Bundeskanzler in der Geschichte der Bundesrepublik.